Exzessive Gewalt: Die rechtliche Seite

Der Bund hat sich 1989 dem Thema der Gewalt in den Medien angenommen und den Artikel 135 des Strafgesetzbuches (StGB) verabschiedet, und diesen im Jahr 2001 ergänzt. Auf dieser rechtlichen Grundlage ist jegliche exzessive Gewaltdarstellung in Medien zu unterlassen. Trotzdem sind viele Filme mit Gewaltdarstellungen ganz legal im Handel. Welche Filme sind nun tatsächlich verboten und fallen unter den Artikel 135 des StGB?

Es gelten folgende Grundsätze:

  • Die Beurteilung, ob ein Film strafrechtlich relevante Szenen aufweist, liegt im Ermessen der Gerichte.
  • Zu einem Prozess, und somit zu einer für Betroffene abschliessende Klärung, kommt es nur, wenn von behördlicher Seite entsprechende Schritte unternommen werden.
  • Unklarheit oder Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Hilfestellungen: FSK und Movie Guide

In Deutschland ist die Sachlage dank der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), abschliessend geregelt. Die FSK ist im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden tätig. Durch ihre Prüfung und Kategorisierung entsteht eine fortlaufend aktualisierte Datenbank aller problematischen Filme. Der SVV hat die Liste dieser Filme fast identisch übernommen (hier klicken). Diese Liste ist indes in der Schweiz rechtlich nicht verbindlich und kann lediglich als Hilfestellung dienen.

Der Schweizerische Video-Verband strebt mit dem Verhaltenskodex „Movie Guide“ an, den Jugendschutz gesamtschweizerisch sicherzustellen. Der Kodex trägt dem Bedürfnis der Konsumentinnen und Konsumenten nach Transparenz und Kontrolle Rechnung.

 

Movie Guide

Die grossen US-Studios, die Zwischenhändler und alle führenden Detaillisten haben sich verpflichtet, den Jugendschutz-Kodex „Movie Guide“ strikte einzuhalten. Der Kodex wurde von über 150 Unternehmen unterzeichnet, welche 97 Prozent des Marktes abdecken.