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Wie stellt die Schweizer Video-Branche den Jugendschutz sicher?

Ein veranwortungsvoller Umgang mit modernen Medien setzt Informationen über die Filminhalte und deren Eignung für verschiedene Altersgruppen voraus.Das Kennzeichnen von elektronischen Medien mit einer Altersbeschränkung ist der erste Schritt zu einem effektiven Jugendschutz.  

 

 

Wer kontrolliert die Einhaltung des Jugendschutz-Kodexes?

Mit den Verhaltenskodex „Movie Guide“ hat sich der Detailhandel bindend verpflichtet, die Alterskontrolle flächendeckend an allen Verkaufsstellen vorzunehmen. Die Lieferanten, Importeure und Produzenten ihrerseits haben sich verpflichtet, alle Produkte entsprechend staatlich anerkannten Bewertungssystemen auszuzeichnen. Mit diesen Massnahmen kann der Jugendschutz im Laden in der ganzen Schweiz einheitlich und flächendeckend durchgesetzt werden.

Sanktionsausschuss

Über die Einhaltung des Verhaltenskodex „Movie Guide“ wacht ein unabhängiger Sanktionsausschuss. Er ist ein dem Schweizerischen Video-Verband SVV angegliedertes, jedoch unabhängiges Gremium.

Ein wesentliches Anliegen des Sanktionsausschusses ist es, die Qualität des Verhaltenskodex „Movie Guide“ stetig zu steigern sowie die Umsetzung zu fördern. Auf Beschwerde hin untersucht der Ausschuss auch Verstösse gegen den Verhaltenskodex und sanktioniert diese im Bedarfsfall. Das Gremium kann zum Beispiel Verwarnungen und Bussen aussprechen oder die Unterbrechung der Warenlieferung veranlassen.

Der Sanktionsausschuss setzt sich aus nachfolgenden Mitgliedern zusammen:

  •     Franz Woodtli (Präsident) (Rainbow Home Entertainment AG)
  •     Patrick Schaumlechner (Impuls Home Entertainment AG)
  •     Andreas Wigger (The Walt Disney Studios (Schweiz) AG)
  •     Kurt Cattaneo (Discorack-NCO AG)
  •     Werner Muff (Atena Distribution AG)
  •     Beny Hochspach (Media Markt Management und Service AG)

Allfällige Beschwerden sind an folgende Adresse zu richten:

Schweizerischer Video-Verband SVV
Sanktionsausschuss
Netzibodenstrasse 23B
4133 Pratteln

 

 

Wer bestimmt über die Altersfreigabe von DVDs?

  Jährlich gelangen mehrere Tausend neue DVDs auf den Schweizer Markt. Schätzungsweise 45'000 Titel sind hierzulande verfügbar. Aufgrund dieser grossen Menge ist es nicht möglich, dass ein einzelnes Gremium alle Filme prüft und die Altersfreigaben für die Schweiz festlegt. Für die Alterskennzeichnungen auf DVDs kommen deshalb grundsätzlich international anerkannte Bewertungssysteme zur Anwendung.

Deutschsprachige DVDs sind in der Regel auf der Verpackung bereits beim Import mit einer Altersfreigabe versehen. Es handelt sich um den Standard der Freiwillige Selbstkontrolle der deutschen Filmwirtschaft (FSK). Die FSK ist in Deutschland seit langer Zeit staatlich anerkannt: Über 190 Prüferinnen und Prüfer schätzen bei jedem Film ab, ob er bei Kindern Ängste oder Desorientierung auslöst.

Anders als bei deutschsprachigen DVDs weisen Importe aus dem französisch- und italienischsprachigen Raum oftmals keine Altersempfehlungen auf. In solchen Fällen nehmen die Mitglieder des Schweizerischen Videoverbandes SVV eine Alterseinstufung nach dessen Richtlinien vor. Sie wird auf der DVD mit dem Label „Altersfreigabe SVV“ ausgezeichnet.

Konsum: Eltern in der Pflicht

Realistischerweise muss man davon ausgehen, dass die Altersbeschränkung nicht zwingend für den Konsum berücksichtigt wird. Letztlich werden Filme meistens zu Hause konsumiert, zum Beispiel zusammen mit älteren Geschwistern. Während die Abgabe von Filmen an Jugendliche im Laden mittels Ausweis kontrolliert werden kann und muss, ist der altersgerechte Konsum von Filmen zuhause in der Verantwortung der Eltern. Die Alterseinstufungen auf DVDs ermöglichen es den Erziehungsberechtigten, die Eignung von Filminhalten für ihre Kinder zu prüfen.

 

 

Exzessive Gewalt: Die rechtliche Seite

Der Bund hat sich 1989 dem Thema der Gewalt in den Medien angenommen und den Artikel 135 des Strafgesetzbuches (StGB) verabschiedet, und diesen im Jahr 2001 ergänzt. Auf dieser rechtlichen Grundlage ist jegliche exzessive Gewaltdarstellung in Medien zu unterlassen. Trotzdem sind viele Filme mit Gewaltdarstellungen ganz legal im Handel. Welche Filme sind nun tatsächlich verboten und fallen unter den Artikel 135 des StGB?

Es gelten folgende Grundsätze:

  • Die Beurteilung, ob ein Film strafrechtlich relevante Szenen aufweist, liegt im Ermessen der Gerichte.
  • Zu einem Prozess, und somit zu einer für Betroffene abschliessende Klärung, kommt es nur, wenn von behördlicher Seite entsprechende Schritte unternommen werden.
  • Unklarheit oder Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

Hilfestellungen: FSK und Movie Guide

In Deutschland ist die Sachlage dank der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft), abschliessend geregelt. Die FSK ist im Auftrag der Obersten Landesjugendbehörden tätig. Durch ihre Prüfung und Kategorisierung entsteht eine fortlaufend aktualisierte Datenbank aller problematischen Filme. Der SVV hat die Liste dieser Filme fast identisch übernommen (hier klicken). Diese Liste ist indes in der Schweiz rechtlich nicht verbindlich und kann lediglich als Hilfestellung dienen.

Der Schweizerische Video-Verband strebt mit dem Verhaltenskodex „Movie Guide“ an, den Jugendschutz gesamtschweizerisch sicherzustellen. Der Kodex trägt dem Bedürfnis der Konsumentinnen und Konsumenten nach Transparenz und Kontrolle Rechnung.

 

Movie Guide

Der Branchenkodex „Movie Guide“ verpflichtet alle Beteiligten, auf DVDs und BluRay-Discs eine Altersfreigabe gemäss anerkannten Systemen anzubringen und im Verkauf konsequent und wenn nötig mittels Ausweiskontrolle durchzusetzen. Der „Movie Guide“ ist ein Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle der Home-Entertainment-Branche. Der Schweizerische Video-Verband und der Detailhandel haben damit eine einheitliche und verbindliche Regelung für die ganze Schweiz geschaffen.

Seit 2007 haben alle dem Video-Verband angschlossenen Programmanbieter sowie die Mehrzahl der führenden Detaillisten den Verhaltenskodex unterzeichnet. Unter den Programmanbietern befinden sich sämtliche grossen US-Studios (Buena Vista, Dreamworks, Paramount, Fox, MGM, Sony, Universal und Warner). Bei den Detailhändlern sind Coop (inkl. Interdiscount), Ex Libris, Media Markt, Manor, Fnac und Valora vertreten. Alle Unterzeichnenden decken 97 Prozent der Home-Entertainment-Branche ab.

Unterzeichnende

Die grossen US-Studios, die Zwischenhändler und alle führenden Detaillisten haben sich verpflichtet, den Jugendschutz-Kodex „Movie Guide“ strikte einzuhalten. Der Kodex wurde von über 150 Unternehmen unterzeichnet, welche 97 Prozent des Marktes abdecken.

Die Uebersicht ist wie folgt gegliedert:

Liste der unterzeichnenden SVV-Mitglieder (PDF)

Liste der unterzeichnenden Gross- und Zwischenhändler (PDF)

Liste der unterzeichnenden Detaillisten (PDF)

 

Movie Guide

Die grossen US-Studios, die Zwischenhändler und alle führenden Detaillisten haben sich verpflichtet, den Jugendschutz-Kodex „Movie Guide“ strikte einzuhalten. Der Kodex wurde von über 150 Unternehmen unterzeichnet, welche 97 Prozent des Marktes abdecken.